News

Helmckenfalls - Kanada

Nachdem 2016 aufgrund der zu hohen Temperaturen ein Klettern in den Helmckenfalls nicht möglich war, versuchten wir es dieses Jahr erneut. Leider wieder ohne grossen Erfolg...
Mein Freund Martin und ich flogen Ende Januar erneut nach Kanada. Wir waren sehr gut vorbereitet und voll motiviert. Nachdem wir während zwei Tagen erfolglos versuchten den Start der Route „Overhead Hazard“ zu finden, realisierten wir, dass es hier bestimmt kein schneller Erfolg möglich wird. Die ersten vier Seillängen waren komplett mit Eis zugedeckt. Also musste eine Geheimwaffe helfen. Mit einem Metall-Detektor muss es ja möglich sein Bohrhaken aufzuspüren und so die Route zu finden. Unsere Motivation stieg wieder an...
Ziemlich ernüchtert und auch frustriert fanden wir einfach nichts! Kein Metallsignal, kein Pieps, nichts!! Das kann ja nicht sein! Am Boden lagen sehr viele grosse Felsbrocken und unsere Vermutung, dass ganze Felsstücke mitsamt den Bohrhaken ausgebrochen sind, wurde immer wahrscheinlicher.
Mit der Rücksprache mit dem Erstbegeher Will Gadd bohrten wir dann in der ersten Seillänge einige Haken und siehe da, auch der Metall-Detektor fand in Seillänge 2+3 die meisten Haken. Es konnte weitergehen.
Ich startete gerade in die vierte Seillänge und war überzeugt, dass es ab hier einfacher wird, die Route zu finden. Als Vorlage hatte ich Bilder, auf welchen ich ziemlich genau sah, wo es durchgehen müsste. Nachdem ich aber wieder nichts fand und die Felsstruktur ganz anders aussah als auf den Bildern, machte ich mir ernsthafte Gedanken über den Sinn dieser Sache. Ich fand es falsch, wieder neue Haken zu setzen um weiterzukommen. Die Qualität des Fels war sehr schlecht und als ob das nicht alles schon genug übel war, prallte noch ein Stück Eis auf meinen Arm.
Während der ganzen Arbeit haben wir grosse Eisstücke abgeschlagen um weiterzukommen. Beim Aufprall zersprangen sie in tausend kleine Eisstücke. Und genau das Gleiche passierte in meinen Kopf. So viel Energie, Training, Vorbereitung, Motivation, Durchhaltewillen und Leidensfähigkeit habe ich in dieses Projekt gesteckt und jetzt zerbrach alles, wie die Eisstücke welche auf den Boden prallten!

So ist es. Erfolg und Misserfolg liegen sehr nahe beieinander. Auch wenn ich jetzt enttäuscht bin, glaube ich, dass diese Entscheidung die richtige war. Trotz allem hatten wir eine sehr gute Zeit, haben alles versucht und alle sind gesund geblieben. Am Ende ist das das Einzige was zählt. Trotz allen Schwierigkeiten war es ein unglaubliches Abenteuer, dass wir nie vergessen werden.