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Wild, schwierig und schnell...

Grosse Träume erfüllt

„Etwas vom Wichtigsten für jede Person ist es, stets ein Ziel zu haben. Egal was, wo, und warum. Teilweise wird man es nie erreichen, das ist absolut egal. Wichtig ist aber, dass man alles daran setzt, es zu versuchen.“

Diesen Sommer war mein Fokus wieder mal auf eine Speed-Begehung gerichtet. Bis jetzt waren dies aber immer Routen oder Wände, welche nicht all zu grosse technische Herausforderungen an mich stellten. Dies wollte ich ändern. Ich wollte etwas Schweres, Ausgesetztes und Wildes klettern. Klar, dass wenn die Schwierigkeit einer Tour zunimmt, der Faktor Zeit unwichtiger bis total egal wird. Ich war aber an beiden Aspekten interessiert und mit dem Schwierigkeitsgrad von 7a+/25 Seillängen in 1h 08min hatte ich meine persönliche Herausforderung gefunden.

Als ich das erste Mal vor dem Torre Trieste stand, war ich mit einem Gast unterwegs. Ich war beeindruckt von der Steilheit dieses Turmes. Damals sind wir eine Route im rechten Teil geklettert. Schon damals wusste ich, dass sich im zentralen Teil dieser Wand noch eine bekanntere Route befindet. Die Carlesso/ erstbegangen 1934, Inbegriff grosser klassischer extremer Dolomitenkletterei und seit Generationen der Traum vieler Alpinisten und Kletterer. Steilstes Gelände vom Einstieg bis zum Gipfel, äusserst anhaltende Schwierigkeiten in anspruchsvollem Gelände (Walter Pause - im extremen Fels).

Ende Juli kletterte ich dann mit meiner Frau durch diese Carlesso. Dies war ein ganz grosses Abenteuer für uns beide. Gerade für Denise, denn die vielen Quergänge machten ihr zu Beginn grosse Sorgen.

Nach dieser Begehung wusste ich, dass das meine Route ist! Eine Woche später kletterte ich sie noch ein zweites Mal mit meinen Freund Martin. Zwei Tage später durchstieg ich die Carlesso Free Solo in 1h 08min. Martin dokumentierte die Begehung aus der Ferne. 

Für mein zweites Projekt musste ich nicht mehr so weit Auto fahren. Obwohl das Bergell/GR auch nicht gerade in der Nähe von Uri liegt. 

Auch dort kletterte ich eine Woche davor mit Denise die Cassin-Route in der Badile NO-Wand. Bevor ich diese 800 Meter Free Solo und in 52min kletterte. Das Hauptproblem war nicht mehr die Schwierigkeit, sondern die vielen anderen Leute. Das „Überholen“ ging jedoch viel besser als gedacht. Bei jeder Seilschaft habe ich mich kurz bedankt, damit ich vorbei klettern konnte. Dies möchte ich auf diesem offiziellen Weg nochmals tun. „Herzlichen Dank an die anderen Kletterer! Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr gestört und möchte mich noch für den Helikopter-Lärm entschuldigen.“

Diese Route wurde live dokumentiert. Nachdem wir am Gipfel noch einige Aufnahmen gemacht haben, bin ich über die N-Kante wieder abgestiegen.

Jetzt freue ich mich auf den Herbst☺

Vorbereitung für Free Solo mit Denise: